Bei Selbstliebe denken die meisten sofort an Spa-Termine, Urlaub oder eben das entspannende Bubble Bath. Alles angenehm, nichts davon falsch. Aber wenn ich an Selbstliebe denke, meine ich etwas anderes: die Art, wie Du in Gedanken mit Dir selbst umgehst, vor allem dann, wenn die innere Stimme hart wird.
Gerade bei Menschen, die viel leisten, ist diese innere Stimme selten freundlich. Nach außen läuft es, innen läuft ein Dauerkommentar mit: Du solltest schon weiter sein. Das war nicht gut genug. Wenn Du nachlässt, bricht etwas weg. Warum ausgerechnet erfolgreiche Selbständige oft am härtesten mit sich umgehen, habe ich im Artikel über Burnout trotz Erfolg beschrieben. Hier geht es um die Gegenbewegung: Freundlichkeit im eigenen Denken.
Für mich bedeutet Selbstliebe, zu erkennen, wann ich mir selbst gegenüber unfreundliche Perspektiven einnehme. Meine eigenen stressigen, deprimierenden Gedanken über mich zu bemerken, und zu lernen, mich zu akzeptieren, statt mich anzuklagen oder anzutreiben. Das ist keine Aktivität im Außen, sondern ein innerer Prozess. Und genau deshalb funktioniert er auch dort, wo kein Spa in der Nähe ist.
Wenn Dein Geist weiter stressige Gedanken produziert, ist es egal, wie entspannend die Umgebung ist, innerlich herrscht Tumult. Deshalb ist Selbstliebe vor allem innere Arbeit.
Das geht so weit, dass ein Mönch in einer Höhle oder jemand wie Nelson Mandela im Gefängnis vollkommen in Frieden mit sich sein kann, und seinen vermeintlichen Widersachern sogar mit Vergebung begegnet. Während jemand im schicksten Penthouse sitzt und sich mit stressigen Gedanken über sich selbst deprimiert. Die Umgebung entscheidet nicht. Das Denken entscheidet.
Drei Schritte haben sich in meiner eigenen inneren Arbeit bewährt. Keiner davon braucht eine Badewanne.
Welche sind negativ, anklagend, selbstkritisch Dir gegenüber? Wo erzählst Du Dir, dass Du schon weiter sein solltest, nicht gut genug bist oder Deine Sicherheit bedroht ist? Wo hängst Du Deinen Wert an etwas im Außen, an Erreichtes oder Nicht-Erreichtes? Zur Erinnerung: Dein Wert ist gegeben. Er liegt jenseits all dieser Vorstellungen und Bewertungen.
Das Aufschreiben macht sichtbar, wie viele stressige, angstvolle und deprimierende Geschichten Du Dir über Dich (und andere) erzählst. Sind die Sätze erst auf dem Papier, kannst Du sie mit The Work von Byron Katie (Inquiry-Based Stress Reduction) untersuchen, und ernsthaft prüfen, ob sie überhaupt stimmen.
Achtsamkeit und Meditation helfen Dir zu bemerken, wo Du stressige Gedanken über Dich glaubst. Und: Viele dieser Gedanken übst Du vielleicht seit dem Kindesalter. Sie lösen sich nicht an einem Wochenende, sondern einer nach dem anderen. Jeder Schritt mehr Freiheit ist es wert.
Solange ich meine stressigen Geschichten über mich glaube, und sei es nur zum Teil, stehen sie wie eine Fassade zwischen mir und der direkten Erfahrung meines Selbstwerts.
Aus jeder einzelnen Untersuchung bin ich freier, leichter, friedlicher oder klarer hervorgegangen. Wenn Du das Selbstliebe nennen willst: Für mich ist es genau das.
Selbstliebe ist mehr als äußere Entspannung. Wenn Du Deine Gedanken hinterfragst und Dir mehr und mehr ohne Deine stressigen Geschichten begegnest, entsteht das, was das Bubble Bath verspricht, aber nicht halten kann: Frieden mit Dir selbst, unabhängig davon, wo Du gerade sitzt.
Ich lade Dich ein, diesen Weg mit Neugier und Offenheit zu gehen. Und wenn Du lieber gemeinsam auf einen Deiner Gedanken schauen willst: Dafür gibt es das kostenlose Kennenlern-Gespräch.
Der kostenlose E-Mail-Kurs zu Stressabbau und Resilienz zeigt Dir, wie Du stressige Gedanken bemerkst und überprüfst, nüchtern, in Deinem Tempo, ohne Bubble-Bath-Kitsch.
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