Du steckst vermutlich viel Zeit in Dein Business. Aber wie viel Zeit steckst Du in das klare Denken, aus dem heraus Du es führst? Genau darum geht es hier: warum innere Arbeit kein Zeitfresser ist, sondern ein Timesaver, einer, der Dir Jahre an Stress und Mühe sparen kann, auch wenn Du erst einmal Zeit investierst.
Viele Menschen denken: Wenn ich etwas verändern will, zum Beispiel ein Muster, das mir schadet, nicht mehr ausleben, dann muss ich endlich etwas tun. Mehr Disziplin, ein neues System, der nächste Vorsatz.
Der Rat klingt vernünftig, und ist trotzdem nur begrenzt hilfreich, wenn überhaupt. Er setzt bei den Symptomen an, nicht bei der Ursache.
Natürlich kannst Du Dein Handeln verändern. Mit Aufwand und Mühe funktioniert das auch eine Weile. Aber wenn Dein Denken sich nicht verändert, siehst Du Dich bald in die alten Muster zurückfallen, und fängst wieder von vorn an. Genau das macht unüberprüftes Denken so teuer: Du erkämpfst dieselbe Veränderung immer wieder neu.
Der Zeitfresser steht in keinem Kalender. Er sieht eher so aus:
Sie liegt seit Tagen auf Deinem Tisch. Es fehlen keine Daten, das Grübeln findet nur kein Ende. Und jede offene Entscheidung ist ein Tab, der im Kopf offen bleibt.
Der Laptop ist zu, im Kopf bist Du immer noch am Performen. Dieselben Gedanken drehen dieselben Runden: ohne Ergebnis.
Nachts rechnest Du Worst Cases durch, die Du Dir rational längst widerlegt hast. Am Morgen sitzt Du müde am Schreibtisch, und bist den ganzen Tag zwei Schritte hinterher.
Wer Zeit sparen will, optimiert meistens Tools, To-do-Listen und den Kalender, und lässt den größten Posten unangetastet: das eigene Denken. Deshalb verschiebt das nächste Produktivitäts-System den Stress oft nur, statt ihn aufzulösen. Was dieser Dauerlauf im Kopf über die Jahre anrichtet, habe ich im Ratgeber über Stress bei Selbständigen ausführlich aufgeschrieben.
Ursache und Wirkung stehen in dieser Reihenfolge:
Aus dem Denken entsteht die Emotion, aus der Emotion folgt das Handeln. Wer nur am Handeln schraubt, arbeitet am Ende der Kette, gegen den Strom.
Deshalb setzen wir mit der inneren Arbeit, und so arbeite ich auch im Sparring, beim Denken an, der Ursache. Bei vorhandener Bereitschaft kann dort eine Korrektur, eine neue Wahrnehmung, mühelos in den Geist treten. Kein Kraftakt, kein Durchbeißen. Ein neues Wahrnehmen und Erleben, und damit ein neues Handeln, sind die natürliche Folge. Und diese Veränderung ist deutlich unanfälliger gegenüber Rückfällen, weil sie nicht auf Disziplin gebaut ist. Wie so eine Überprüfung des eigenen Denkens konkret aussieht, zeige ich Schritt für Schritt im Artikel über The Work von Byron Katie.
Ja, innere Arbeit kostet erst einmal Zeit: ein kurzes, bewusstes Innehalten, ein ehrlicher Blick auf den Gedanken hinter dem Muster. Gemessen an dem, was Grübelschleifen, aufgeschobene Entscheidungen und immer wieder neu erkämpfte Veränderungen Dich kosten, ist das eine kleine Investition. Meine Erfahrung ist: Genau dieses Innehalten stellt sich als der Timesaver heraus, der Dir Jahre an Stress und Mühe sparen kann.
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